IXDM is offering seminars and lectures as part of the undergraduate studies at the Academy of Art and Design FHNW Basel (see below). We also host our regular Critical Media Lab Colloquium, that is open for interested students, colleagues and guests, as well as workshops and other more irregular teaching activities.

Montagsprogramm

Das IXDM bietet gemeinsam mit dem Institut für Ästhetische Praxis und Theorie (IAeP) das Montagsprogramm der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW an. Das Programm ist ein studiengangs-übergreifendes Wahlpflichtangebot für Bachelor-Studierende der HGK. Die Lehrangebote des IXDM laufen dabei neu unter dem Titel Critical Media Studies.

Eine Kurzübersicht des Angebots Critical Media Studies findet sich unten. In Zukunft sollen hier auch zusätzliche Ressourcen und Materialien zu den Kursen ergänzt werden. Detaillierte Informationen zum Montagsprogramm finden sich auf der Webseite des IAeP und im Programmheft.

Weitere Informationen zum Montagsprogramm (Webseite des IAeP)
Montagsprogramm Herbstsemester 2016 (PDF)

Critical Media Studies

Critical Media Studies sind der Auseinandersetzung mit und der (Re)konstruktion von experimentellen Design- und Medienkulturen gewidmet. Statt Medienphänomene lediglich oberflächlich zu beschreiben, versucht das IXDM diese durch und mit Medien zu reflektieren und ein Bewusstsein für diejenigen Infrastrukturen und Technologien zu erzeugen, auf denen Design, Kunst, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft aufbauen. Neben Kommunikationstechnologien und Massenmedien interessieren uns auch allgemein Objekte und Artefakte, die speichern, übertragen, prozessieren, darstellen und vermitteln.

Critical Media Studies verbinden künstlerische und gestalterische Praxis mit kritischem Denken und theoretisch-historischer Reflektion, um Medientechnologien zu kontextualisieren, in kritische Zustände zu versetzen und Alternativen bereitzustellen. Statt dem reibungslosen Funktionieren eines Systems widmen wir uns dessen kritischen Prozessen, Materialien, Kontexten etc. und beschreiben sie in einer Weise, die für das System selbst kritisch ist.

Critical Media Studies wollen stören, unterbrechen, übertakten; um Objekte und Artefakte zu produzieren, die alternatives Wissen über Phänomene verkörpern: Texte, Sounds, Modelle, Prototypen, Karten, Codes. Statt die Welt zu dekonstruieren, versuchen wir, sie zu erweitern!

Kursangebot FS 2017

Kurs / 9.15–12.45 / D 3.05 / 14-tägig / ab 20.02.2017

Experimentelle Praktiken der Ausstellungsauswertung

Flavia Caviezel

Beschreibung
Das Forschungsteam des Times of Waste Projekts geht Wegen von (Abfall-) Materialien, ihren Transport- und Recyclingrouten respektive deren Entsorgung nach. Dabei entstehen Objektbiografien, unter anderen zum Smartphone. Bei deren Entwicklung ist das Forschungsteam mit der Herausforderung konfrontiert, wie es sich ‚nicht menschlichen’ Aspekten annähern soll. Bereits im Audiowalk wastescapes wurde damit experimentiert. Die verwendeten auditiven Verfahren werden nun für die Ausstellung im Museum der Kulturen Basel (23.4.–24.9.2017) weiterentwickelt, wo exemplarische Aspekte der Smartphone-Objektbiographie gezeigt werden.

Sowohl die Ausstellung mit Rahmenprogramm, als auch der Audiowalk werden gemeinsam mit den Besuchenden diskutiert und ausgewertet. Nach Gabriele Brandstetter, die Forschung als einen “fortlaufenden Prozess des Überdenkens” betrachtet – der erreichten Schritten bzw. des geschaffenen Wissens (und seinen Formen). Eine öffentliche Präsentation wie eine Ausstellung, ein performatives Ereignis etc. wären nicht das Endergebnis, sondern der “Ausgangspunkt” eines laufenden Prozesses, der ausgewertet wird. Die Frage wäre dann, welche Art von (experimentellen) Praktiken und Medien die Evaluation unseres Ausstellungs-Setups unterstützen können.

Neben einer allgemeinen Auseinandersetzung mit der Thematik bietet der Kurs den Studierenden die Möglichkeit, einerseits einen vertieften Einblick in unser Forschungsprojekt zu erhalten und in die sich ästhetisch und medial stellenden Herausforderungen der Kartografierung von (Abfall-) Materialien, andererseits in experimentelle Praktiken zur öffentlichen Diskussion und Auswertung der Ausstellung.

Im ersten Teil des Kurses werden wir Grundlagen zu (trans-)medialen und ‚nonhuman’/‚posthuman’ Aspekten, künstlerisch-wissenschaftlichen Evaluierungspraktiken etc. erarbeiten. Im zweiten Teil entwickeln die Studierenden in Gruppen eigene experimentelle Tools, um Ausstellung / Rahmenprogramm mit verschiedenen Medien auszuwerten, oder erarbeiten ein eigenes Format – wie Workshop, Performance, Talk, Walk –, das sie im oder ausserhalb des Museums durchführen und evaluieren.

Kurs / 9.15–12.45 / D 3.05 / 14-tägig / ab 27.02.2017 / Englisch

Processing Audiovisuality

Ted Davis, Stefanie Bräuer

Beschreibung
In this course we choose as starting point our senses and their media: The term audiovisuality points to the ongoing attempt to put two of our senses – hearing and seeing – in a close relationship to one another. This fusion of the senses is accompanied and enabled by technical media: various audio technologies for recording and (re-)producing sound such as musical notation, live performance, phonographic recording techniques, and audio synthesis, combined with various modes of visualization and image generation, from painting and photography to film, video or computer-generated imagery. The course combines a historical and theoretical approach with practical exercises. The aim is to offer a space where students may investigate the role of audiovisual oscillations in science and technology (pendulums and mathematics, oscillographic curves and physics of sound) as well as the visual arts (visual music, abstraction and synesthesia, sound film, expanded cinema and music videos, audiovisual synthesis and computer graphics).

This seminar will take place in collaboration with the Institute of Media Studies, University of Basel.

Seminar / 15.15–16.45 / D 3.05 / wöchentlich / ab 20.02.2017

Autonome Welten

Shintaro Miyazaki, Susanna Hertrich

Beschreibung
Wir befassen uns mit autonomen Welten und sogenannten Closed-Loop- oder geschlossenen Systemen, die weitestgehend autark und unabhängig von Einwirkungen einer Aussenwelt funktionieren. Solchen Welten, Lebensräume und Gemeinschaften ermöglichen alternative Formen des ökologisch-nachhaltigen Zusammenlebens (z. B. sich-selbst-tragende Siedlungen oder Nachbarschaften). Im Seminar werden wir uns durch spielerische Spekulation solchen Modellen annähern und ihre Geschichte und Theorie kennenlernen, wie zum Beispiel alternative Lebensformen und Communities wie sie die Künstler- und GestalterInnen der Gegenkultur seit den 1960er-Jahren imaginierten, aber auch aktuelle Entwürfe von Aktivisten, welche die Idee des autonomen (Zusammen)Lebens weiterverfolgen.

Die Praxis kommt nicht zu kurz: Im Seminar wird gezeichnet, gebastelt, modelliert und programmiert, denn wir wollen solche autonome Welten auch (medien)gestalterisch erkunden. Zunächst wird es um den diagramm-basierten Entwurf und eine dazugehörige Erzählung gehen, dann um die Realisierung minimal-funktionaler Modelle oder Animationen und schliesslich sollen die Projekte in einer Mini-Ausstellung gezeigt werden.

Seminar / 15.15–16.45 / wöchentlich / ab 20.02.2017

Of Public Life and Private Space. Digitalisierung und Bedeutungswandel des öffentlichen Raums.

Christine Schranz, Tanja Herdt

Beschreibung
Das Seminar stellt die Frage nach dem Bedeutungswandel des öffentlichen Raums und seines Gebrauchs im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft. Die Artikulation des Öffentlichen ist bis heute stark durch die gesellschaftlichen Effekte der Industrialisierung und das damit entstandene demokratische Selbstverständnis geprägt. Globalisierung, Digitalisierung und Kommerzialisierung der Gesellschaft sind jedoch dabei die Artikulation des Öffentlichen und seine Gestaltung stark zu verändern. Das Seminar stellt daher die Frage, wie heute das Öffentliche definiert wird, wie es sich im Raum manifestiert und welche Potentiale und Herausforderungen durch die aufkommenden digitale Medienkultur daraus entstehen.

Durch Lektüre ausgewählter Texte und anhand von Beispielen aus Design, Kunst und Architektur gehen die Teilnehmer des Seminars verschiedenen Deutungsweisen des Öffentlichen in den Gestaltungsdisziplinen nach. Durch eigene Recherchen und Beobachtungen, Feldforschung und Mapping, werden diese Deutungen anhand der aktuellen Situation im Stadtraum untersucht und diskutiert.